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Jagdschloss

Das Jägersburger Jagdschloß (1752-1793)

Herzog Christian IV, Pfalzgraf bei Rhein usw. war wie alle Wittelsbacher ein äußerst kunstverständiger Herscher. Zudem liebte er die Parforce-Jagd, eine Beschäftigung der zu seiner Zeit viele Herren aus adligem Hause nachgingen. Seine Verbindung zum französischen Hof und seine Freundschaft zu Mme Pompadour, der Mätresse des Königs, brachte ihn mit den berühmtesten Architekten und Hoflieferanten des Königs in Berührung. Er plante, anstatt der alten Gustavsburg ein weitaus ansprechenderes Jagdschloß zu errichten. Ein Architekt aus der berühmten Mansart-Familie, die Gelehrten streiten noch darüber, ob es sich um Jean Hardouin-Mansart de Jouy oder Jacques Hardouin-Mansart de Sargonne handelt, entwarf auf Vermittlung der Pompadour die Pläne zu dem für jene Zeit einzigartigen Bauwerk.  Es stellte in seiner Konzeption eine Brücke zwischen Barock und Klassizismus dar, quasi den Wegbereiter für eine neue Stilrichtung. Der Bau begann 1752 unter der Leitung des Zweibrücker Baudirektors Christian Ludwig Hautt.Pierre Patte, ein weiterer französischer Architekt, beschäftigte sich ab 1754 mit dem nun im Rohbau schon stehenden Schloß. Vermutlich betätigte er sich als Innenarchitekt und  entwarf die Pläne zur Ausstattung des Gebäudes. Auch Dominique Pineau, der Sohn des berühmten Nicolas Pineau, fertigte einige Entwürfe für  Details der Innenausstattung. Kein geringerer als Johann Ludwig Petri leitete die Anlage des weiträumigen Schloßparkes, der auch hier als Wegbereiter für einen neuen Stil zu sehen ist.
Das
Mobiliar stammte aus berühmten Pariser Werkstätten. Pierre Migeon, Jean-Pierre Latz und vor allem Jean-Francois Oeben fertigten die Möbel, von denen heute noch einige in bayrischen Schlössern erhalten sind. Ab 1756/57 wird das Schloß seiner Bestimmung gemäß genutzt und nur noch kleinere Arbeiten finden bis 1759 statt. Es diente als Ausgangs- und Zielpunkt der Parforce-Jagden des Herzogs.

Nach seinem Tode im Jahre 1775 fand es unter Herzog Karl II August für einige Jahre Verwendung  als eine Art Residenz, solange noch die Bauarbeiten auf dem Karlsberg andauerten. Als Carl August 1779 auf den Carlsberg umsiedelte, verfiel die Anlage langsam und wurde von Mannlich mehr oder weniger als Baumaterialquelle genutzt. Während der französischen Besetzung zerstörte die örtliche Bevölkerung das Schloß ihres ungeliebten Potentaten gründlich und nutzte die Reste als Steinbruch.       

 

 

 

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