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Gustavsburg

Die Gustavsburg

Jägersburg verdankt seinen Namen einer Burganlage, die bis in die Zeit der salischen Franken
zurückreicht. Strategisch unvorteilhaft gelegen, hatte sie wohl immer nur einem Zweck gedient:der Sicherung eines uralten Handelsweges. Zwar erreichte die Anlage eines künstlichen Weihers um die Außenmauern einen hohen Grad an Eigensicherung, doch die Tallage verhinderte auch die Überwachung eines größeren Gebietes.

 

Die Grafen von Saarbrücken und davor die Grafen des Saargaues beherrschten den gesamten Südwesten Deutschlands und das angrenzende Elsaß-Lothringen. Wichtige Straßen führten zu den Vorposten am Rhein und eine davon führte durch das kleine Hattweiler. Gerade der Machtfaktor der Saarbrücker Grafen, von denen sich im Laufe der Zeit aus organisatorischen Gründen die Grafen von Salm, von Zweibrücken, von Hohenburg und dergleichen mehr abspalteten, mag den Stauferkaiser Barbarossa Friedrich I. bewogen haben, die Tochter des Saarbrücker Grafen Simon I. zu ehelichen. Bei einem Feldzug nach Italien im Jahre 1158 lernten beide sich kennen. Auch den Grafen von Salm schätzte der Staufer seit diesem Waffengang. Seine Kontroverse mit dem heiligen Stuhl in Rom nutzte der Saarbrücker allerdings in Verkennung der wahren Beweggründe des Kaisers aus, um sich die kirchlichen Liegenschaften des Bistums Metz anzueignen, die er bis dato zu Lehen hatte. Eine weitere Stärkung der Saarbrücker Grafschaft lag allerdings nicht im Interesse Barbarossas und so besetzte er 1168 einige Gebiete der heutigen Westpfalz. Darunter auch
Hattweiler und seine Burg.

Die kleine Salierburg wurde erweitert und umgebaut, wahrscheinlich von dem gleichen Baumeister,  der auch die Burg Staufeneck bei Göppingen errichtete. Ausführung und Lage der Gebäude zueinander lassen den Schluß zu, daß hier ein einheitlicher Bauplan zur Ausführung kam. Dennoch blieb die Anlage klein und war offensichtlich nur auf die Sicherung der Straße ausgerichtet. Diese erhielt noch einmal eine Aufwertung, als der Kaiser die bisherige Salzstraße von den Salzfelder um Marsal, einem Saarbrücker Besitz, um 1180 schloß. Sie führte seit Urzeiten über Bliesbrücken durch das Lambsbachtal nach Kaiserlautern und von dort nach Worms, auch ein  Saarbrücker Einflußgebiet. Die neue Trasse verlief nach Norden über St.Avold nach Saarbrücken und dann den Verlauf der späteren Kaiserstraße weitgehend vorwegnehmend nach Limbach. Von da an allerdings führte sie über Altstadt und Kleinottweiler nach Hattweiler, durch das Glantall bis nach Bingen. Das Salztor dieser Stadt erinnert noch heute an diese Zeit. Der erste bekannte Burgherr, der urkundlich erwähnt wurde, nannte sich Berthelo (Bartholomäus) von Hattweiler und seine Frau hieß Salmine, Tochter des Konrad genannt Kolbe von Budreville. Der Name der Burgherrin verrät schon die nahe Verbindung zu den Grafen von Salm. Nach der glücklosen Fehde des Grafen von Zweibrücken mit dem Haus de Bar in Lothringen brachte eine hundertjährige Rezession in die Region und der Handel kam endgültig zum Erliegen. Burg Hattweiler verkümmerte mehr oder weniger und wurde nur noch als Prestigeobjekt und
Jagdschloß genutzt. Bekannte Namen wie Elisabeth von Saarbrücken, die in ihrem Roman Sibille der Burg ein prosaisches Denkmal setzte, Boos von Waldeck, Anselm von Bitsch, Symont  Mauchenheimer, Hans Ryten Esel von Ruschenburg, Albrecht von Morsheim hatten in den Folgejahren die Burg inne. Mit Philipp Breder von Hohenstein nahm Burg Hattweiler noch einmal am politischen Geschehen teil, als dieser sich Franz von Sickingen anschloß und St. Wendel eroberte. Doch nach dem Fall der Burg Nanstein und dem Tode Sickingens nahm auch das Verhängnis für den Breder von Hohenstein seinen Lauf. Fürstbischof Richard von Greifenklau nahm Burg Hattweiler und der glücklose Burgherr beendete sein Leben in Gefangenschaft der Kurtrierer in Wittlich. Danach kamen noch die Herren Friedrich von Steinkallenfels, Johann von Warsberg und diesen folgten die Herzöge von Zweibrücken.

Unter Johann I. wurde die Burg zu einem Jagdschloß umgebaut. Doch wenige Jahre später erwies es sich als nötig, die Befestigungsanlagen erneut zu errichten, um als Fluchtburg im dreißigjährigen Krieg für die Familie des Herzoges zu dienen. Nach mehrfachem Besitzwechsel brannte die Anlage ab. Der schwedische Gouverneur Graf Oxenstirna ließ die Ruine wieder herrichten und Herzog Gustav Samuel Leopold beauftragte seinen schwedischen Baumeister Erikson Sundahl mit dem Umbau zu einem Jagdschloß. Ein weiterer Umbau erfolgte noch einmal unter Herzog Christian IV.

Nach der französischen Revolution diente die Burg, die nun Gustavsburg hieß, als Forsthaus. Nach der Verwaltungs-und Gebietsreform kaufte die Stadt Homburg das Gemäuer und renovierte es von Grund auf. Heute beherrbergt die Burg einen Gemeindesaal, das Burg-und Schloßmuseum und den Ortsrat.

 

 

 

 

 

 

Die Künstlerin Helga Schäfer aus Völklingen-Geislautern hat 1987 das Bild für  das Museum nach einer Federzeichnung des Johann G. Friedrich Herdegen aus dem Jahre 1791 gemalt
 

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